Er war einer der wirkmächtigsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts: Peter Joseph Lenné, 1789 in Bonn geboren und 1866 in Potsdam gestorben. Als königlich-preußischer Gartendirektor prägte er maßgeblich Parks und Gartenanlagen im Raum Berlin-Potsdam, darunter die Pfaueninsel, Tiergarten und Zoologischer Garten, die Außenanlagen der Schlösser Sanssouci, Friedrichsfelde, Lübbenau….
Von Amts wegen war er zudem für die Preußische Rheinprovinz zuständig, für das Rheinland – wo zuvor unter den Franzosen schon sein Vater das Amt des Koblenzer Gartendirektors bekleidet hatte.
Auch im Rheinland hat Peter Joseph Lenné bedeutende Spuren hinterlassen. Denen folgt die Lenné-Ausstellung „Eine Gartenreise im Rheinland“ bis 16. Oktober 2011. Diese Reise startet nicht zufällig in Koblenz und zeitgleich mit der BUGA: Lenné hatte 1842 im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. den Koblenzer Schlossgarten entworfen und um 1854 maßgeblichen Anteil an der Ausformung der Koblenzer Rheinanlagen. Die Neugestaltung beider Areale anlässlich der Bundesgartenschau steht demnach auf strukturellen Fundamenten, die von seiner damaligen Arbeit geblieben sind. Dazu gehören im Schlossgarten beispielsweise die unterschiedlichen Höhenniveaus zwischen ehemals herrschaftlichen Gärten und öffentlicher Promenade, in den Rheinanlagen Teile der Wegeführung und der Baumverteilung.
Der Landschaftspark und die fünf Gärten von Schloss Stolzenfels linksrheinisch über dem Koblenzer Stadtteil Stolzenfels gehen ebenfalls auf Peter Joseph Lenné zurück. Sie verdeutlichen, wie der preußische Gartendirektor durch seine Umfeldgestaltung Lage und Architektur des neugotisch-romantischen Schlosses regelrecht inszenierte. Das thematisiert die Ausstellung, ebenso die Planung eines Nutzgartens für die einstige Koblenzer Waisenanstalt Kemperhof. An diesem Beispiel anknüpfend, wird eigens die generell große Bedeutung von Küchengärten in den Gartenanlagen des 19. Jahrhunderts erhellt.
Anschließend geht die „Gartenreise“ stromabwärts zu anderen herausragenden Kreationen Lennés im Rheinland. Nach Bad Neuenahr etwa, wo ihn 1857 die Gestaltung des Kurparks beschäftigte. Zum Barockpark Augustusburg in Brühl, mit dem er einen Landschaftspark als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung schuf. Über die „Flora“ in Köln als erstem Selbstdarstellungsraum des aufstrebenden Bürgertums führt die dokumentarische Ausstellung abschließend vom Rhein weg nach Westen, zu Lenné-Gärten in Aachen.
Der Einfluss von Peter Joseph Lenné auf die Entwicklung der Garten- und Parkkultur im Rheinland war enorm und viele seiner Gärten und Parks sind bis heute als wertvolle Kulturdenkmale erhalten. Die in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland entstehende Koblenzer Ausstellung würdigt erstmals das rheinische Schaffen des preußischen Gartendirektors mit einer Gesamtschau.










