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Festung Ehrenbreitstein | Bild: GDKE
In der Festung > Am Fuß der Festung - Barocke Pracht zwischen Rhein und Felsen

Am Fuß der Festung

Barocke Pracht zwischen Rhein und Felsen

Die Stadt Ehrenbreitstein wurde bis zum 17. Jahrhundert Mühlheim im Tal oder Mühlenthal genannt. Im 17. Jahrhundert machten die Trierer Kurfürsten Ehrenbreitstein zu ihrer Residenz und Kurfürst Philipp Christoph von Sötern erbaute 1626 bis 1629 unterhalb der Festung Ehrenbreitstein das Schloss Philippsburg. Hierher flüchtete er aus dem vom Krieg bedrohten Trier und der alte Ort Mühlheim im Tal wurde in Philippstal umbenannt. 1636 wurde die barocke Stadt, die nach der Festung jetzt auch Ehrenbreitstein genannt wurde, verwüstet, als es im Dreißigjährigen Krieg harte Kämpfe um die oberhalb der Stadt liegende Festung gab.

Nachdem französische Truppen 1794 Koblenz erobert hatten, belagerten sie die Festung bis zur kampflosen Aufgabe 1799. Die Festung wurde 1801 gesprengt, da die Franzosen im Frieden von Lunéville die rechtsrheinischen Gebiete räumen mussten. Ehrenbreitstein kam danach durch den Reichsdeputationshauptschluss erst an das Herzogtum Nassau und schließlich 1815 an Preußen. Von 1803 bis 1815 war Ehrenbreitstein Verwaltungssitz eines nassauischen Regierungsbezirks. Das preußische Militär baute die Festung Ehrenbreitstein im Rahmen des Baus der Festung Koblenz von 1817 bis 1828 wieder neu auf.

Von 1819 bis zu ihrer Zerstörung 1945 verband eine Schiffbrücke Ehrenbreitstein mit den Rheinanlagen von Koblenz. Der Ort war bis zur Eingemeindung nach Koblenz am 1. Juli 1937 Verwaltungssitz für die im Kreis Koblenz-Land gelegene (preußische) Bürgermeisterei Ehrenbreitstein, zu der außerdem Arenberg, Arzheim, Horchheim, Immendorf, Pfaffendorf und Urbar gehörten.

Vier barocke Gebäude zwischen Rhein und Felsen stehen gegenüber der Moselmündung am östlichen Rheinufer. Sie waren im 17. und 18. Jahrhundert der Sitz der Staatsverwaltung des kurfürstlichen Moselstaates und überstanden die Zerstörungen im Jahr 1801. In den Jahren 2009 bis 2011 wurden drei Gebäude renoviert und die Gartenanlagen neu angelegt. In den neuen Parkflächen finden sich Bezüge zum ehemaligen kurfürstlichen Hafen wieder.

Die Nebengebäude des 1801 zerstörten Schloßes Philippsburg werden vom Land Rheinland-Pfalz genutzt: Pagerie, Dikasterialgebäude, Krummstall, Marstall, v.l.n.r.  | Bild: Wikipedia
Die Nebengebäude des 1801 zerstörten Schloßes Philippsburg werden vom Land Rheinland-Pfalz genutzt: Pagerie, Dikasterialgebäude, Krummstall, Marstall, v.l.n.r. | Bild: Wikipedia

Schloss Philippsburg (1801 zerstört)

Am Fuß der Festung Ehrenbreitstein errichtete Erzbischof Philipp Christoph von Sötern zwischen 1626 und 1629 nach Plänen Georg Ridingers ein Schloss. Die nachfolgenden Kurfürsten behielten das Schloss Philippsburg als Residenz bei. Von hier gingen in den folgenden Jahren wichtige Impulse für das politische und kulturelle Leben von Kurtrier aus. Nach der Vollendung des Neuen Schlosses in Koblenz 1786 wurde die Philippsburg nicht mehr benutzt und wurde nach dem Frieden von Lunéville (1801) von den abziehenden Franzosen zusammen mit der Festung gesprengt, die Gebäude Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen.

Pagerie

Vom ehemaligen Schloß Philippsburg ist heute noch die Pagerie erhalten, der ehemalige „Festungspfortenbau“, der später Pagen zur Unterkunft diente. Das Gebäude wurde zwischen 1690 und 1692 vom kurtrierischen Hofarchitekten Johann Christoph Sebastiani errichtet. Im Giebel des Zwerchhauses prangt das Wappen des Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck. Die Pagerie wird heute von der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) genutzt.

Dikasterialgebäude

Nachdem Mitte des 18. Jahrhunderts die Verwaltung des Kurstaates für über 50 Jahre nach Ehrenbreitstein verlegt worden war, ließ Kurfürst Franz Georg Schönborn zwischen 1739 und 1749 nach Plänen Balthasar Neumanns einen prächtigen Verwaltungsbau, das sogenannte Dikasterium errichten, in dem die kurfürstliche Verwaltung ihren Sitz nahm. Das Gebäude wurde von Johannes Seiz errichtet.

Krummstall

Hinter dem Dikasterialbau wurde ein Gebäude zur Unterbringung von Soldaten, Personal und Werkstätten, der sogenannte Krummstall, zwischen 1744 und 1747 nach Plänen Balthasar Neumanns errichtet. Der Zweckbau ist schmucklos und hatte ursprünglich drei Geschosse.
Heute werden das Dikasterialgebäude und Krummstall vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB), dem Immobilien- und Baudienstleister des Landes Rheinland-Pfalz, genutzt.

Marstall

Neben dem Dikasterialbau errichtete Johannes Seiz 1764 den Marstall im Stil des Rokoko. Der zweigeschossige Bau wurde als Kaserne und militärisches Verwaltungsgebäude errichtet. Heute wird der Marstall vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz genutzt.

Bunker

In den 1930er und 1940er Jahren wurde unter dem Felsen Ehrenbreitstein der größte Luftschutzbunker in Koblenz gebaut. Neben Zivilarbeitern wurden auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zum Bau eingesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bunker als Wohnunterkunft genutzt. Heute dient der Bunker als Fußweg zwischen dem Bahnhof Ehrenbreitstein und der Talstation des Schrägaufzuges.

General-Aster-Weg

Der General-Aster-Weg verbindet über Treppen und einfache Wege den Stadtteil Ehrenbreitstein mit dem Felsenweg zur Festung. Der Weg ist während der BUGA geöffnet.

General-Aster-Weg  | Bild: www.koblenz-asterstein.de
General-Aster-Weg | Bild: www.koblenz-asterstein.de

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