Zeitleiste zur Geschichte der Festung Ehrenbreitstein
um 3.000 v. Chr. |
erste Hinweise auf Menschen auf der Festung im Bereich des südlichen Felssporns |
1.800 - 1.300 v. Chr. |
Bronzezeitliche Besiedlung |
um 1.000 v. Chr. |
Bau eines Palisadengrabens; erste nachgewiesene Befestigung auf dem Schlüsselberg im Bereich des südlichen Felssporns während der Spätbronzezeit |
bis 600 - 100 v. Chr. |
Eisenzeitlich-keltische Befestigung und Besiedlung des südlichen Felssporns, Rheinlimes zur Sicherung der Moselmündung, Erzvorkommen durch Funde (Keramik, Waffen) |
250 - 450 n. Chr. |
spätrömischer „Burgus“ im Bereich des südlichen Felssporns im Kontext des spätantiken Rheinlimes zur Sicherung der Moselmündung, der römischen Fernstraßen, des Brückenkopfes über den Rhein und der nahe gelegenen Erzvorkommen |
800 - 900 n. Chr. |
frühmittelalterliche Befestigung, nachgewiesen durch Funde (Keramik, Waffen) |
um 1020 |
die Burg kommt in den Besitz des Trierer Erzbistums, in dem sie bis 1799 bleibt |
1139 |
erste urkundliche Erwähnung der Burg Ehrenbreitstein |
1152 - 1169 |
Erzbischofs Hillin baut die Burg erheblich aus. Sie dient vor allem der Grenzsicherung und als Amtssitz |
ab 1250 |
die Burg entwickelt sich neben Trier zur zweiten Residenz der Trierer Bischöfe. In der Folge werden hier das Archiv und die Schatzkammer des Erzbistums eingerichtet, in dem die wichtigsten Reliquien wie der „Heilige Rock“ oder das Haupt des Heiligen Matthias aufbewahrt werden. |
ab 1500 |
Ausbau der Burg zur Festung, insbesondere unter Erzbischof Richard von Greiffenklau (1511-31) |
1524 |
Guss der berühmten Riesenkanone „Vogel Greif“, die heute wieder auf der Festung zu sehen ist |
1534 - 1572 |
weiterer Ausbau der Festung durch die berühmten Baumeister Maximilian und Johann Pasqualini |
1626 - 1629 |
Bau des Residenzschlosses „Philippsburg“ zu Füßen der Festung |
1632 |
französische Truppen besetzen im 30-jährigen Krieg die Festung nach vertraglicher Übergabe durch Erzbischof Johann Philipp von Sötern |
1637 |
kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn Jan van Werth ziehen nach einjähriger Belagerung auf der Festung ein |
1650 |
die Festung wird Reichsfestung |
1688 |
Beschuss der Festung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen, jedoch ohne Einnahme, Schäden im Bereich des sog. Hillin-Grabens |
um 1700 |
weiterer Ausbau der Festung unter den Erzbischöfen Karl Caspar von der Leyen und Hugo von Orsbeck |
ab 1730 |
weiterer Ausbau der Festung durch Balthasar Neumann im Auftrag Erzbischofs Franz Georg von Schönborn (sog. Schönborn-Werke) |
1795 - 1799 |
mehrfache Blockade der Festung durch französische Revolutionstruppen. Durch Aushungern und Zerstörung der Wasserleitung wird die Besatzung zur ehrenvollen Übergabe gezwungen. Neben der Festung Kolberg ist damit die Festung Ehrenbreitstein die einzige Festung, die durch die Franzosen erst nach langem Widerstand und ohne Kampfhandlungen eingenommen wurde. Der Mythos der unbezwingbaren Festung Ehrenbreitstein ist geboren. |
1801 |
Frieden von Lunéville. Die Festung fällt zurück an das Reich. Bevor die französische Besatzung die Festung verlässt, wird diese gesprengt. |
1803 - 1815 |
die Festung ist Besitz des Herzogtums Nassau-Weilburg. Die Ruine wird als Viehweide genutzt. Zugleich wird sie beliebtes Sujet der aufkommenden Rheinromantik. |
1815 |
auf dem Wiener Kongress wird Preußen das Rheinland zugesprochen. Das Herzogtum Nassau-Weilburg tritt die Festung und das Amt Ehrenbreitstein an Preußen ab. |
1817 - 1834 |
König Friedrich Wilhelm III. lässt die Festung Ehrenbreitstein in der sog. „neupreußischen Festungsmanier“ unter obersten Bauleitung von General-Lieutenant Johann Georg Gustav von Rauch wieder aufbauen. Sie ist eine der vier Hauptwerke (Forts) der Festung Koblenz. Sie ist Teil der Befestigung des Rheines, zu der auch die Festungen Köln, Mainz oder Rastatt zählen. |
1832 - 1914 |
die Festung wird mehrfach armiert, jedoch nie in Kampfhandlungen verwickelt |
1875 - 1882 |
durch Verbesserungen in der Waffentechnik entspricht die Festung Ehrenbreitstein nicht mehr den modernen Standards. Lediglich einzelne Teile werden durch den Einsatz von Beton oder den Bau von Hohl-Traversen etc. verstärkt. Erste Überlegungen zur Errichtung eines Festungsmuseums. |
1886 |
die Festung Koblenz wird zu einer minder wichtigen Festung erklärt, nachdem sich durch den deutsch-französische Krieg 1870/71 die Grenze des Reiches weiter nach Westen verlagert hat |
1914 |
die Festung Koblenz wird zum letzten Mal in Kriegszustand versetzt |
1918 |
nach der Niederlage des Deutschen Reiches im 1. Weltkrieg wird die Festung erst von amerikanischen (bis 1923) und dann von französischen Truppen besetzt |
1919 |
der Versailler Vertrag (Artikel 180) setzt die Entfestigung aller Festungen 50 km östlich des Rheines fest |
1922 |
Beginn der Entfestigung der Festung Koblenz. Die Festung Ehrenbreitstein bleibt davon weitestgehend dank des Einsatzes der Stadt Koblenz, des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz, des Provinzialkonservator der Rheinprovinz und des amerikanischen General Henry T. Allen unberührt. Damit ist sie die einzige erhaltene preußische Festung des frühen 19. Jahrhunderts. |
1924 |
militärische Auflassung der Festung Koblenz |
1929 |
die französischen Besatzungssoldaten verlassen die Festung |
1929 - 1939 |
verschiedene Nutzungen der Festung: als touristisches Ziel, Champignonzucht, Unterbringung von Instandsetzungseinheiten der Wehrmacht |
1939 - 1945 |
Auslagerung von Kulturgut auf die Festung, Einrichtung einer Flak-Stellung |
1945 |
erst amerikanische, dann französische Besatzung der Festung |
ab 1945 |
Rückführung des Kulturgutes |
1948 - 1950 |
Einrichtung eines Transitlagers für Displaced Persons, Umgestaltung der Kasematten zu Wohnungen für ausgebombte Koblenzer Bürger |
ab 1950 |
Beginn der Unterbringung von Kultureinrichtungen auf der Festung: Außenstelle der Landesarchäologie, Errichtung der Jugendherberge, Unterbringung des Bundesfilmarchivs (bis 1998) |
1956 |
Gründung des Landesmuseums Koblenz |
1970 |
die damalige Verwaltung der staatlichen Schlösser, Burgen und Altertümer übernimmt die Festung vom Finanzministerium des Landes Rheinland-Pfalz |
1972 |
Errichtung des Ehrenmal des Heeres nach den Entwürfen von Hans Wimmer in der rechten Front des Ravelin |
1984 |
Rückkehr der Kanone „Greif“ als Leihgabe der Französischen Republik |
1998 |
„Burgen, Schlösser, Altertümer“ wird gegründet und findet den Dienstsitz auf der Festung; Auflösung des letzten Filmarchivs |
2007 |
Zusammenführung der drei Landesmuseen in Koblenz, Mainz und Trier, Landesarchäologie (mit ihren Außenstellen in Mainz, Trier, Koblenz und Speyer), Landesdenkmalpflege und Burgen, Schlösser, Altertümer in die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz |
2007 - 2011 |
umfangreichste Sanierungsmaßnahmen der Festung seit ihrer Erbauung |
2011 |
Bundesgartenschau in der Festung |
2012 |
Festung Ehrenbreitstein in neuem Glanz |

