Multimedia-Inszenierung „3.000 Jahre befestigter Ort“

Ausstellung "Berg im Wandel" | Bild : GDKE
Ausstellung "Berg im Wandel" | Bild : GDKE
Geschichte der Festung Ehrenbreitstein | Bild: GDKE
Geschichte der Festung Ehrenbreitstein | Bild: GDKE

Dass ein strategisch so exponierter Platz wie der Felssporn gegenüber der Moselmündung in den Rhein („Deutsches Eck“) auch in früheren Zeitaltern schon besiedelt sein musste, diese Annahme ist nicht neu. Die Frage für Historiker und Archäologen war allerdings stets: Wie weit zurück datiert die Besiedelung tatsächlich und wo finden wir die Beweise dafür? Gewissheit brachte im Winter 2003/2004 eine archäologische Grabungskampagne quasi im Keller der Festung Ehrenbreitstein. Sie förderte im Untergrund der „Großen Traverse“ (Festungstrakt am Rande des Oberen Schlosshofes) zahlreiche Funde zutage, die zweierlei beweisen: die Besiedlung des Platzes seit 5.000 Jahren und die Existenz unterschiedlichster Befestigungsanlagen auf dem Felssporn über einen Zeitraum von drei Jahrtausenden.

Eine 3.000-jährige Kontinuität der „Fortifikation“ (militärischen Befestigung) ist sonst nirgendwo in Deutschland bislang nachgewiesen. Die Archäologen stießen hier in verschiedenen Tiefenschichten über nur wenige Quadratmeter verteilt auf Reste einer keltischen Fliehburg aus der Urnenfelderzeit (1.000 vor Chr.), eines römischen Burgus von 300 bis 500 nach Chr., der mittelalterlichen Burganlage des 12. Jahrhunderts sowie Teile der kurtrierischen Residenz des 16./17. Jahrhunderts und der Festungsfundamente aus preußischer Zeit.

Diese Grabungsstelle und ihre Befunde wurden mit Beginn der BUGA 2011 ein weiterer neuer Teil der historischen Erlebnispräsentation auf der Festung. Unter dem Motto „Ausgrabung – 3.000 Jahre befestigter Ort“ erschließt eine räumliche und multimediale Inszenierung das archäologische Fundfeld fürs breite Publikum. Durch eine gläserne Aussparung im Fußboden des Gebäudes lässt sich der bedeutendste Fund, der Rest des Palisadengrabens eines bronzezeitlichen Adelssitzes in Augenschein nehmen. Mit einem Lift im direkt daneben liegenden Fahnenturm können Interessierte tief hinunter auf den Felsgrund der Grabung gelangen. Dort erklärt dann eine audiovisuelle Präsentation in dramaturgisch ausgestalteter Bildhaftigkeit die wechselvolle Geschichte des Ehrenbreitsteins. Der sinnliche Reiz und die besondere Aussagekraft dieser Inszenierung erwachsen nicht zuletzt aus dem unmittelbaren Bezug zwischen den direkt vor Augen liegenden originalen Befunden und der darauf aufbauenden medialen „Erzählung“.

Auf diese Weise vertieft die Inszenierung auch die beim Festungsweg gewonnenen Eindrücke. Das i-Tüpfelchen erhält das Gesamterlebnis Festung Ehrenbreitstein durch eine Liftfahrt vom tiefsten Grund der Grabungsstätte hinauf aufs Dach der „Großen Traverse“. Dort, an einer der höchsten Stellen der Festung, eröffnet die ebenfalls neu eingerichtete Aussichtsplattform einen bislang noch nie möglichen Rundumblick: rückwärts über die gesamte Festungsanlage, vorwärts weit über das Rheintal, die Mosel und angrenzende Landschaften.

Die multimediale Inszenierung „3.000 Jahre befestigter Ort“ wurde von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land Rheinland-Pfalz kofinanziert. Für die Saison 2012 wurde die Inszenierung überarbeitet und weiterentwickelt.

360° Panorama: Ein Berg im Wandel

Die multimediale Inszenierung „3000 Jahre befestigter Ort“ wurde von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land Rheinland-Pfalz kofinanziert.

Nach oben



Festung Ehrenbreitstein